luftige Begegnungen

Berichte

Wer mit dem Adler kreist (DHV-Info Nr. 164)

Kein Tag wie jeder andere: Rainer Scheltdorf, Tandempilot und Fotograf dreht die ersten thermischen Runden diesen Jahres. Mit abgehängter Kamera gelingt ihm ein Foto der Extraklasse: Oberstdorf freut sich über majestätischen Fliegerzuwachs. Mehr ...


Luftige Begegnungen - Eine Zwischenbilanz im Jahr 2007

Zum Ende der Flugsaison 2007 wurden alle „Luftigen Begegnungen“, von denen berichtet wurde, zusammengefasst. Einige Vögel, die „mitgeflogen“ sind und Ausschnitte von den Erzählungen, die dem Luftige-Begegnungen-Team geschickt wurden, wurden von Bettina Mensing zusammengefasst und im DHV-Info-Magazin Nr. 149 vorgestellt. Mehr ...


Luftbilder - Störche beim MSC-Laatzen

Luftbilder mit Störchen über dem Modellflugplatz des MSC-Laatzen e.V. Aufgenommen aus einem Dragonfly-Strong E mit einer Panasonic FX-9 im Serienbildmodus in unterschiedlichen Situationen von Wolfgang Schlüter (Opa Wolle) am 7.7.2010.

Hier gehts zum Fotoalbum von "Opa Wolle" ...

Foto: Jan Lyczywek

Junge Steinadler in der Schweiz

"Beim Segelfluglager in Saanen im Berner Oberland spielte ich, zurückgekehrt von einem Flug zum Matterhorn, abends noch ein wenig an den markanten Graten der Pucelles, als ich am Gipfels des Dent de Combette diese zwei Fliegerkollegen entdeckte (siehe Bild), die ganz offensichtlich schon Feierabend hatten und sich von meinem Vorbeiflug glücklicherweise auch nicht stören ließen."

Zeitpunkt: 01.08.2011, 16:03 UTC (Kamera-Offset +2:07)
Position: N46°31'57.06" E007°12'20.94"
IGC: http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=-1997034523

Jan Lyczywek

Bussard und Drachen

"Seit 1989 fliege ich in meiner Heimat, dem Hochsauerland. Mein Hausberg ist der Istenberg bei Olsberg - Bruchhausen. Der Istenberg ist gekrönt von den „Bruchhauser Steinen“, vier mächtigen Porphyrfelsen mit bis zu 90 m senkrecht aufragenden Felswänden. Am Istenberg sind regelmäßig Bussarde anzutreffen.

Meine erste Begegnung mit einem Bussard hatte ich im April 1993. Diese war allerdings eher unangenehm. Nach dem Start um 13:15 Uhr konnte ich im Hangaufwind 240m Startüberhöhung machen. Dabei gab es etwa 100m über Start plötzlich einen lauten Knall. Ich erschrak fürchterlich, weil ich dachte, am Drachen sei etwas gebrochen, gerissen oder sonst wie kaputt gegangen. Unmittelbar darauf sah ich einen Bussard, der vor mir nach oben wegstieg. Er hatte mich offensichtlich von hinten angegriffen und mit den Fängen auf das Obersegel meines Rumour geschlagen. Obwohl ich ihm übelste Beschimpfungen hinterher schrie, griff der Bussard noch 3 mal an. Jedes mal flog er von hinten oben an und  stieg nach vorne oben weg. Dabei schlug er auf das Obersegel bzw. hatte deutlich hörbaren Kontakt mit der Oberverspannung meines Drachens. Nach dem ersten Schreck war mir klar, dass der Bussard meinem Drachen und mir nichts anhaben konnte und ich hoffte, er würde sich nicht an der Oberverspannung verletzen. Ich flog vom Berg weg in Richtung Landeplatz und der Bussard ließ von mir ab. Ich glaube, dass der Bussard damals brütete oder schon Junge im Horst hatte, die er verteidigen wollte. Offenbar war ich dem Horst zu nahe gekommen. 

Im 23. Jahr Fliegerei, davon die meisten Flüge an den „Bruchhauser Steinen“, war dieser Bussard der einzige, der sich aggressiv verhielt. Oft beobachten meine Drachenfliegerfreunde und ich die Bussarde vom Startplatz aus und starten, wenn die Vögel Thermik gefunden haben und aufdrehen. 
Wenn wir dann oben sind, sind die Bussarde aber meist schon wieder weg.

Andersherum passiert es, dass wir Drachenflieger offensichtlich von den Bussarden beobachtet werden, wenn wir in der Thermik aufdrehen. Die Bussarde steigen dann unter uns in die Thermik ein und kommen schnell näher. Wenn sie auf gleicher Höhe sind, fliegt man dann ein paar Kreise Flügel an Flügel mit einem oder sogar mehreren Bussarden. Ein unglaublich schönes Erlebnis."

I. Hanfland

Foto: F. Metzger

Geier in der Wirbelschleppe von Franz N. Metzger

"Mitte September 2010 führte mich meine Flugleidenschaft, wie schon so oft, nach St. Andre les Alpes in der Provence. Dabei hatten ich und einige andere Piloten ganz ungewöhnliche Flugerlebnisse mit Geiern. Es zeigt die friedliche Koexistenz von Gleitschirmfliegern mit der Vogelwelt.

Seit den verschiedenen Programmen zur Wiederansiedelung von Geiern, sind Begegnungen von Gleitschirmen mit diesen majestätischen Fliegern keine Seltenheit mehr. Legendär ist das Fluggebiet Algodonales in Südspanien, in dessen näherer Umgebung mehrere Hundert Geierpärchen leben und mitlerweile nach Auskunft der örtlichen Ranger die Tuchflieger genauso als Thermikanzeiger nutzen, wie umgekehrt. Auch in der Region Verdon in der Provence leben schon seit langem Geier. Allerdings scheinen sie ihre üblichen Flugrouten geändert zu haben. So flogen dieses Jahr im September täglich Dutzende Geier in kleinen Gruppen mittags gegen Norden, am bekannten Fluggebiet von St. Andre vorbei und abends z. T. in großen Schwärmen mit 30-40 Tieren wieder zurück nach Süden zu ihren Nistplätzen.

Neben ganz normalen Flügen mit Geiern haben hier aber einige Exemplare eine Eigenart entwickelt, die ich so noch nirgens erlebt habe. Ein Geier flog von hinten an den Gleitschirm heran. Erst dachte ich, es handle sich um eine Attacke. Aber der riesige Vogel blieb in einer Position in Schirmmitte, ca. einen Meter hinter und einen halben Meter über der Hinterkante und drehte dort einen mehrere Hundert Meter hohen Bart gemeinsam mit mir aus. Andere Piloten in St. Andre haben mir danach von ähnlichen Erlebnissen berichtet. Wir vermuten, daß die Geier die Wirbelschleppe des Gleitschirms quasi zum Surfen auf einer Luftwelle nutzen. Was auch immer die Geier sich dabei gedacht oder bezweckt haben, es war sicherlich der aufregenste Geierflug, den ich je erlebt habe."

Franz N. Metzger

Foto: Günter Horst

Beobachtung von Kranichzügen (19.10.2007, 14:45 Uhr) von Willi Flosbach

Aufmerksam geworden durch die für Kranichzüge markanten Rufe konnte ich beobachten, wie am Stadtrand Wipperfürth , ca. 1 km südlich des Flugplatzes EDKN, eine große Anzahl Kraniche dicht beieinander, linksdrehend, die geringe Thermik nutzten. Das Gelände Flugplatz liegt 265 Meter über NN, der südliche Hügel bis zu 340 Meter über NN. Es war eine tiefe Wolkenbasis ca. 4/8 in ca. 500 Meter NN  und eine sehr hohe Schicht, die Bedeckung aus beiden war 6/8.

Häufig habe ich bei hohen Wolken  beobachtet, dass  die Vogelzüge Thermik nutzten und bis zur Wolken- Basis in 1.000 bis 1.500 Meter aufstiegen, um sich dann zu formatieren und in der typischen 1 Formation ihren Flug fortzusetzen.
Diesmal stiegen sie in die Wolke ein, ich hörte verstärkt und vielfach die Rufe und stellte fest, das die erste 1. Formation nach ca.  2 Minuten  in etwa 8oo Meter Höhe ihren Flug Kurs 200 ° fortsetzten. Insgesamt bildeten sich 5 Züge mit ca. 50 bis 80 Kranichen, zusätzlich einige Verstreute die Anschluss suchten. Insgesamt waren es ca. 320 Kraniche die dieses „in die Wolke einsteigen“ vorführten.

Von Kind an hat mich der Vogelflug fasziniert, er hat mit dazu beigetragen, dass ich Motorflug, Segelflug und Ballonfahren gelernt habe. Im Segelflugzeug in einem „Bart“ (thermischer Aufwind) zu kreisen und zu erleben mit welcher Eleganz ein Greifvogel, der einen kleineren Kreis fliegen kann und
somit besseres Steigen hat, in bis zu 10 Meter Entfernung am Segelflugzeug vorbei aufsteigt  und herüber schaut  als wolle er sagen: „….schau mal ich kann es besser…“

Willi Flosbach


Begegnung mit Seeadler bei der German Flatlands von Peer Hoffmann

Ich hatte auf der German Flatlands im Alten Lager eine luftige Begegnung mit einem (ich vermute) Seeadler, dieser nährte sich meinem Drachenflieger bis auf ca. 50 cm und flog einige Zeit direkt hinter meinem Achterlieg (Segelende) ca. 2 m von mir entfernt. Da mich das ein bisschen nervös machte, versuchte ich ihn durch schneller Fliegen abzuschütteln. Er ließ sich jedoch nicht so leicht abwimmeln, auch auf Schreien reagierte er nicht. Er blickte nur reglmäßig mit dem Kopf zu mir. Durch erneutes Beschleunigen konnte ich ihn abwimmeln. Als ich mich einige Minuten später umdrehte, traute ich meinen Augen nicht: Der Vogel war wieder da und flog hinter meiner Flosse, eine Art festes Höhenruder. Der Vogel bremste seinen Flug durch Ausbreiten seiner Flüge und schob schließlich langsam seine Füsse aus, als ob er auf meiner Flosse landen wollte. Ich habe daraufhin erneut beschleunigt und konnte ihn abschütteln. Vor ca 3-4 Jahren hatte ich im Alten Lager ca. 30 km östlich eine ähnliche Begegnung.

Peer Hoffmann


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Karte der Begegnungen ist online

Auf der Seite Zwischenergebnisse finden Sie eine Karte mit allen Begegnungen.

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